Stand: 203.01.09

Wissenswertes:
Lödingsen, mit derzeit (30.06.08) noch 859 Einwohnern, liegt im Süden des Landes Niedersachsen, dort im Landkreis Göttingen, zwischen den Städten Göttingen und Uslar. Das Dorf ist die drittgrößte der sieben Ortschaften des Flecken Adelebsen (Adelebsen, Barterode, Eberhausen, Erbsen, Güntersen, Lödingsen und Wibbecke) und kann eine verbriefte Geschichte vorweisen, die bis ins Jahr 990 zurückreicht. Es liegt am Rande des Sollings, ca. 180m über NN. Zur Gemarkung Lödingsen (insg. 8,694km²) gehören ca. 400ha bewirtschaftetes Ackerland und 85ha Wiesenfläche.
Ansicht Lödingsen vom StapelbergWeitere große Panoramabilder

Lödingsen wird von bewaldeten Höhen (297ha) mit den Namen Mühlenberg (H 235m), Lindenberg (H 303m), Ziegenberg (H 240m), Kükenberg (H 245m), Stapelberg (H 252m) und Hopfenberg (H 248m) umrahmt. Sagen und Geschichten ranken sich um einige dieser Hügel. Höchster Berg jedoch ist die Bramburg. Dort wird seit 1870 von der Fa. "Sander&Söhne Basalt" der nördlichste Basalttagebau Deutschlands betrieben und dadurch ist der einst 465m aufragende Berg schon auf ca. 400m abgetragen worden. Manches Unwetter, das früher an Lödingsen und der Bramburg vorbeizog, geht nun über dem Ort nieder. Allerdings ziehen die Wolken auch schneller weiter und bleiben nicht mehr im "Talkessel" hängen.
Schwülme an der Hörmker Straße

Die Hohle (Quelle in der "Südwiese", Richtung Wibbecke) und die Schwülme, mit Quelle in der Bramburg - Nähe "Friwoler Ruine" - Stehberg, zwei Bäche die sich mitten im Ort vereinen, prägen das Bild des Ortskerns seit 'zig Jahren, sorgen aber leider durch oft auftretendes Hochwasser, für Unmut bei den Dorfbewohnern. Die schlimmsten Überschwemmungen waren vor Weihnachten 1988, dann 10 Jahre später aufeinanderfolgend am 28.10.98 und 1.11.98, im März 2000 und am 29.9.2007. Die "Kanalisation" (siehe Foto) von Schwülme und Hohle in den 50er Jahren war nicht das Beste, was man den Bachläufen angetan hatte und wird demnächst mühsam rückgebaut. Der sogenannte "Notgraben" (eine Wiesenbe- und -entwässerung, gebaut um 1800) parallel zur Schwülme ab "Hohlweg" nach Adelebsen hin verlaufend, ist in den letzten 25 Jahren fast zum Hauptarm der Schwülme geworden und sorgte ebenfalls in den letzten Jahren für Streß mit zu feuchten Wiesen im Sommer. Im Winter dafür aber ab und zu für Schlittschuhvergnügen bei Kindern und Erwachsenen. Erst seit 2001 mit dem Ausbaggern der Schwülme ab Hohlwegwehr begonnen wurde, ist bei Starkregen Besserung eingetreten. Weitere Baumaßnahmen zur Rückhaltung von Hochwasser sind fertig geplant und warten auf die Ausführung, nachdem alle Anlieger nun endlich Grund und Boden zur Verfügung gestellt haben.


Das Wappen von Lödingsen zeigt im blauen Felde ein volkskundlichesWappenstein Lödingsen - Hörmker Straße, Ecke Adelebser Straße Symbolbäuerlicher Prägung. Aus dem mit 6 Herzen belegten goldenen Rad, wächst ein goldener Lebensbaum, auf dem zwei sich zugewandte goldene Singvögel sitzen. Die Farben des Ortes sind Blau-Gelb. Das Bild rechts zeigt das Wappen, hergestellt in Handarbeit von Mitgliedern des J/N e.V., auf Anregung des 1993 verstorbenen Ortsbürgermeisters Günter Hartmann und des damaligen Ortsheimatpflegers Manfred Buhre. Aufgeschraubt auf einem ca. 2,56 t. schweren Basaltbrocken aus dem Bramburger Steinbruch, mitten in einem von Basaltsteinen umrandeteten und mit viel Liebe von Ingeborg Hartmann gepflegten Beet, in der Einmündung der Hörmker Straße aus Richtung Göttingen kommend.


Rathaus des Flecken Adelebsen nach der Sanierung 09.99Die Gemeindeverwaltung mit Bauhof, die Grundschule mit Hallenbad und Kleinturnhalle, die Haupt- und Realschule mit großer Sporthalle, Löschfahrzeuge der FFW und eines der größten Fichtenholzsägewerke Europas sind in Adelebsen zu finden. Landwirtschaft und Viehzucht werden im Flecken betrieben und es gibt noch diverse mittelständische Unternehmen dort, z.B. Volksbank und Sparkasse, Farben- und Sanitärgroßhandel, Elektro- und Computerfirmen, Einkaufsmärkte, Hotels, Tankstellen, ...) im ganzen Flecken. Ebenso diverse prakt. Ärzte und Zahnärzte, Tierärzte, 2 Apotheken und ein großes Seniorenwohnheim mit "betreuten Wohneinheiten".
Die Katholische Kirche ist in Adelebsen vertreten, Evangelische Kirchen oder Kapellen im ganzen Flecken. Die Pfarrämter sind in Adelebsen, Barterode und Erbsen ansässig. Von der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Adelebsen ist nur der Friedhof geblieben, nachdem die Judenverfolgung im II. Weltkrieg auch vor Adelebsen nicht halt gemacht hatte.
Auch die große ca. 1200 erbaute und um 1320 mit einem fünfeckigen und 30m hohen Bergfried erweiterte Adelebser Raubritterburg, ist nach Absprache zu besichtigen und noch heute Wohnsitz der Familie des Grafen Wolff-Metternich.
Seit 1910 gibt es eine Bahnstrecke zwischen Göttingen und Bodenfelde mit Halt in Lödingsen und Adelebsen. Die Fahrzeit Lödingsen - Göttingen im Personenverkehr beträgt heute ca. 15 Minuten. In Richtung Bodenfelde / Ottbergen 30/60 Minuten. seit 2000 wird ein Taktverkehr angeboten, der allerdings noch optimiert werden sollte. Hauptgrund für den Bau der Strecke war der damalige Bramburger Basaltabbau. Auch heute läuft noch einiges an Güterverkehr auf der Schiene. Die Strecke soll noch weiter aufgewertet werden. Haltepunkte in Erbsen und Offensen könnten hinzukommen bzw. neu eröffnet werden. Die Bahnübergänge "Gartenstraße" und "Auf dem Kampe" sollen gesichert werden, um weitere Unfälle zu verhindern, leider ist die Bahn AG nicht sehr kooperativ.
Im Ort Lödingsen gibt es folgende Mittel- und Kleinbetriebe:
Neben diversen Vollerwerbslandwirten mit Ackerbau und/oder Viehzucht, gibt es 1 Dachdeckerbetrieb, 1 Heizungs- und Sanitärbetrieb, 1 Tischlerei/Bestatter, 1 Zweigstelle der Volksbank eG., 1 Fahrschule, 1 Getränkeshop, 2 Frisiersalons, 1 Schlachter, 3 Gaststätten, 1 Drogerie und Versicherungsagenturen.

Neben dem Gemeindesportplatz, der vom VfB Lödingsen von 1919 e.V. unterhalten wird, verfügt Lödingsen auch über eine von 1972 bis 1975 in Eigenleistung erbaute Sporthalle von 28x14m Grundfläche für Sport und Großveranstaltungen. Darin integriert wurde damals eine Garage für das LF8 der Freiwilligen Feuerwehr. Im Jahr 1985 wurde ebenfalls in Eigenleistung ein Raum für kleinere Feiern und Vereinsbesprechungen angebaut. 07/2006 - 6/2007 wurde die Halle wieder in Eigenleistung (8800Std.) saniert und die FFW baute für das 2. Fahrzeug zeitgleich eine Garage an.
Weiterhin gibt es den 1996 aus dem Spielkreis Lödingsen entstandenen Regenbogenkindergarten, in dem bis 50 Kinder täglich vormittags betreut werden, mit dem dazu gehörigen Spielplatz. Zwei weitere Kinderspielplätze sind in der "Gartenstraße" und "Am Sande" zu finden. Ein gut frequentierter Jugendraum und der Feuerwehrschulungsraum sind in der ehemaligen Dorfschule untergebracht, des weiteren gibt es 1 Bolzplatz, 2 Schutzhütten und gut ausgebaute Wander- bzw. Radfahrwege zu den Nachbarorten Erbsen und Adelebsen.

Danke an Manfred Buhre für Hinweise zum Thema. Infos von mir auch unter Wikipedia.de "Lödingsen"

Sagen und Anekdoten aus und um Lödingsen - Hier geht es weiter!, © 1998-2008, Norbert Hille